Nepalveranstaltung in Koeln

Ich wohnte 21 Jahre lang neben der deutsch-nepalesischen Gesellschaft in Koeln-Lindenthal auf der Wuellnerstrasse. Endlich erhielt ich nun eine Einladung zu dem sehr gelungenen Nepalabend im Koelner Zoo. Es gab mehr als genuegend Moeglichkeit, Neues aus Nepal zu erfahren.
Laengliche Vorlesungen ueber die erwarteten Millionen Touristen, die nun das Land bzw. manche Taschen mit weiteren Millionen fuellen werden. Von dem Elend und den Menschenrechtsverletzungen der nahen Vergangenheit praktisch kein Wort.
Weder Verbesserung der Sicherheit noch die der gesundheitlichen Versorgung wurden diskutiert. Wie Stefan und Werner beweisen, Verschweigen von unangenehmen Punkten ist weiterhin erste Buergerpflicht.
Ueberhaupt scheint mir die deutsch-nepalische Gesellschaft weiterhin auf die bisherigen Machtverhaeltnisse fixiert zu sein. Indischer Tanz, dargeboten von einer Filmschauspielerin und Taenzerin, war sicherlich nicht das, was man bei den Bauern auf dem Lande als typische Tanzform erwartet, aber von ausserordentlicher Schoenheit.
poloniex api command poloniex api command Ich stellte meine Fragen zum wirklichen Anteil von Buddhisten in Nepal, und der wich doch ganz, ganz erheblich von dem, was in Wikipedia und anderen deutschen Veroeffentlichungen steht, ab.

Ich behaupte, wir Deutschen haben uns noch nicht an die neuen Gegebenheiten in Nepal gewoehnt, vielen waere es doch am liebsten gewesen, die 65 Tausend Gewehre von Heckler und Koch, die unter Kohl Gyanendra versprochen wurden, haetten den studentischen Widerstand gegen das Regime im Keime erstickt.
Es waren nur wenige gruene Abgeordnete, denen der Verstoss gegen unser Grundgesetz auffiel, auch die Vertreter der CDU, wie die der SPD, liessen den Vertrag einfach passieren.

Ich behaupte, die Wuerfel zugunsten der nepalesischen Volksvertretung sind in Deutschland gefallen.

Freuen wir uns, dass ein neuer Voelkermord vermieden wurde. Die 5000 Maschinengewehre, die dann Belgien, mit Billigung von deren Gruenen in der Regierung an Gyanendra lieferten, reichten nicht, den Widerstand des Volkes zu brechen.
Ich halte es fuer wichtig, auch einmal auf solche positiven Entwicklungen hinzuweisen, die auch leicht ins Auge haetten gehen koennen. Genau war es eine gruene Abgeordnete, die bei uns das verheerende Waffengeschaeft bemerkte und zusammen mit einigen ihrer Kollegen verhinderte.
Da konnte unser Vizekanzler und Aussenminister, der "natuerlich" nichts gewusst hatte, kaum seiner Verantwortung entziehen.
Ich weiss, dass der Hinweis auf Gewalt hier im Kreise nicht beliebt ist. Aber, wie will man Gewalt verhindern, wenn wir sie nicht beim Namen nennen? Alle Opfer einsperren? Mit uns wurde so verfahren. Solche Zeugen sind unerwuenscht, wenn es nur um Tourismusmillionen geht.

Der deutsch-nepalesischen Gesellschaft moechte ich meinen Dank aussprechen, sie kann sehr dazu beitragen, dass sich endlich in Nepal alles zum Besseren wendet. Wie, das habe ich hoffentlich deutlich gemacht.
Bernd Schlueter

Abgeschickt von Bernd Schlueter am 12. September 2009 um 18:43 Uhr.


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