Das kann man natuerlich unterschiedlich sehen ...


Lieber Andrées,

natuerlich kann man, was solche Berichterstattungen
anbetrifft, unterschiedlicher Meinung sein. Ich lasse
deine Meinung auch gerne gelten.

Warum mir diese Sache ein wenig aufgestossen ist und
wie ich das sehe, moechte ich aber gerne erlaeutern:

Ich sehe es genauso, dass Nachrichtensendungen wie
das 'heute journal' oder die 'Tagethemen' nicht ueber
jeden Busunfall etc. berichten koennen oder sollten.
Regionale oder kommunale Ereignisse sind ueberregional
nicht unbedingt von herausragendem Interesse.

So ein Flugzeugabsturz ist aber schon etwas anderes.
Dieser Unfall hat sich an einem Internationalen Flug-
hafen ereignet, der zeitweise gesperrt werden musste.
Die Anzahl der Toten und Verletzten ist erheblich.
Zunaechst sollte es erst einmal keine Rolle spielen,
welche Nationalitaeten sich in der Maschine befanden.

Ich habe nicht erwartet, dass ein Filmbericht gezeigt
wird. Dieses Ereignis jedoch mit keinem Wort zu erwaehnen,
halte ich schon fuer eine Art Nachrichtenunterschlagung.

Nachrichten passieren nicht einfach nur, sondern werden
auch gemacht, in dem ueber bestimmte Ereignisse be-
richtet wird. Wir Konsumenten werden in unserem Denken
und in unserer Meinungsbildung durch Nachrichten zumindest
indirekt beeinflusst. Und da muss man sich immer auch die
Frage der Ausgewogenheit stellen. Es gibt Laender, Themen,
Ereignisse - da wird nahezu bis zum Abwinken ueber jede
Kleinigkeit berichtet. Auch 'serioese' Medien stuerzen
sich auf Themen, bei denen die Sau regelrecht durchs
Dorf gejagt wird. Im Moment frage ich mich uebrigens
gerade, ob es Griechenland ueberhaupt noch gibt. Das
war auch schon mal anders.

Es ist schon merkwuerdig mit welcher Auswahl und welchem
Mass an Intensitaet Nachrichten verbreitet werden. Und mir
scheint, dass die Gewichtung der Berichterstattung ueber
Industrielaender und Entwicklungslaender manchmal recht
unausgewogen ist. Wenn so ein Unglueck in den Nachrichten
gar nicht erst erwaehnt wird, geht man quasi redaktionell
ueber die Todesopfer einfach so hinweg. Das finde ich
nicht faire. Und es spiegelt auch das Gefaelle wieder,
wie wichtig oder unwichtig solche Ereignisse aus
hiesiger Mediensicht wahrgenommen werden.

Einfach gesagt: ich empfinde hier
das Gleichheitsprinzip verletzt.

Wir Nachrichtenkonsumenten leben in der Illusion,
durch die sogenannten 'Mainstream-Medien' umfangreich
und ausgewogen informiert zu werden. Dabei sind gerade
die deutschsprachigen Medien meinem Empfinden nach
international nicht so 'doll' aufgestellt. Da mag es
beispielsweise ein paar Korrespondenten in Dehli,
Bangkok oder Hongkong geben, in Johannesburg, Peking
oder Kairo. Die werden dann durch den halben Kontinent
gejagt, wenn am anderen Ende gerade etwas passiert. Und
uns wird der Eindruck vermittelt, als wuerde ein oertlicher
A Data-Driven Approach To Cryptocurrency Speculation How do Bitcoin poloniex api command markets behave? Nachrichtenexperte oder eine Nachrichtenexpertin, 'sesshaft
in Ulan Bator, mit ausserordentlichen Landeskenntnissen
ueber die Mongolei berichten'. Und oft wird in grossen
Teilen von englischsprachigen Medien, die weltweit sehr
viel besser aufgestellt sind, uebernommen.

In Kathmandu z. B. gibt es keine dauerhaften deutsch-
sprachigen Korrespondenten. Wenn in Nepal ueber etwas
groesseres zu berichten ist, kommt jemand aus Delhi
'angeduest'. Die beruehmte und berechtigte Frage ist:
Wer sollte denn feste Korrespondenten in Nepal bezahlen?
Auf der anderen Seite wird das Geld fuer Fernsehrechte im
Fussball nur so rausgefeuert, dass es kracht - Und da
scheint sich nicht einmal jemand grossartig fuer zu
interessieren.

Es ist halt eine Frage der Prioritaeten.

Gut, dass ich sowas nicht zu entscheiden habe :-)

Hoffen wir wieder auf bessere Tage
fuer Nepal und seine Menschen.

Es gruesst dich
Andreas




Geschrieben von Andreas Khanal am 13. März 2018 um 17:34 Uhr.

Antwort zu: ich sehe das anders geschrieben von Andrees am 13. März 2018 um 14:50 Uhr.


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