Re: 2 Fragen bzgl. Individualtrek Round Manaslu 2017

> Hallo Volker,

> bin diesen Oktober (2016) den Manaslu-Trek gewandert. Ist von den ueblichen Gehzeiten her allerdings tatsaechlich deutlich anspruchsvoller als der Everest Trek. Man kann den Schwierigkeitsgrad, was die koeerperliche Anstrengung durch lange Gehzeiten betrifft, aber gut selbst beeinflussen (kuerzere Etappen waehlen). Technisch ist der Trek nicht uebermaessig anspruchsvoll, d.h. fuer normale Trekker ohne weiteres zu wandern.

> Besondere Schwierigkeiten kann allerdings die Ueberquerung des Larke Pass aufweisen, wenn es geschneit hat. Dort wird dann zum Teil bei Schneeglaette sogar empfohlen Seile zu benutzen. Auf dem Pass kann auch staerkerer Wind aufkommen. Waehrend meines Treks im Oktober lag dort aber nur sehr wenig Schnee und war deshalb eine besondere Sicherung nicht erforderlich. Das Risiko durch starken Wind laesst sich auch durch einen fruehen Aufbruch am Morgen reduzieren (Wind frischt wohl ueblicherweise im Tagesverlauf auf.

> Am Anfang des Treks sind die Wege - aufgrund des Erdbebens - kaum als solche zu bezeichnen, da sehr viel Geroell und auch kleinere Felsen im Weg liegt/liegen. Auch ist die Temperatur die ersten Tage - natuerlich abhaengig von der Jahreszeit - jedenfalls im Oktober noch bei ca. 29 Grad.

> Wuerde daher fuer "normale Trekker" (d.h. solche, die nicht auch waehrend des Rest des Jahres regelmaessig grosse Strekcen wandern) bei warmem Wetter empfehlen die Strecke von Sothi Kola - Jagat in drei Tage aufzuteilen (nicht nur die ueblichen zwei) und so zu planen, dass man - jedenfalls wenn es noch heiss ist - nur bis Mittags wandert, d.h. schon sehr frueh am Morgen mit dem Trekken beginnt (dann ist im Flusstal auch noch Schatten, man ist also nicht der prallen Sonne ausgesetzt). Ausser fuer sehr geuebte Trekker scheinen mir daher die haeufig fuer die Manaslu Runde ueblichen 13 Tage Wanderzeit sehr knapp bemessen.

> Ab Jagat bis zum Larke Pass ist ein spezielles Permit erforderlich und ein Guide vorgeschrieben (genauso wie mindestens zwei Trekker). Das Permit kann nur ueber eine Trekking Agentur beantragt und in Kathmandu ausgestellt werden. Normalerweise muss fuer den Antrag in Kathmandu der Pass vorgelegt werden (Ausnahmen mit Bezug auf die Passvorlage sind vom Verhandlungsgeschick der Trekking Agentur abhaengig, so dass ggf. auch eine Kopie ausreichen kann).

> Durch die Zahl der Wandertage kann man den Schwierigkeitsgrad, was die koerperliche Belastung betrifft, grundsaetzlich selbst gut steuern. Nur die Etappe von Daramsalla ueber den Larke Pass nach Bimtang, die mit 8 - 10 Stunden angegeben wird (wobei aus meiner Sicht fuer nicht absolut geuebte Trekker 10 Stunden Gehzeit realistisch sind), kann man - mangels Lodgen - nicht weiter abkuerzen.

> Generell finden sich auf dem Weg um dem Manaslu mittlerweile eine Vielzahl von Lodgen, so dass man kein Zelttrekking durchfuehren muss. Aktuell (Oktober 2016) sind noch eine ganze Reíhe weiterer Lodgen kurz vor der Fertigstellung. Danach ist - nach meiner Einschaetzung, angesichts der vergleichsweise wenigen Treker - schon fast eine "Ueberversorgung" gegeben.

> Hatte, da man nur die Einwohner der kleinen Doerfer und die anderen Trekker antrifft (wen auch sonst, da die Gegend anders ausser mit dem Hubschrauber nicht zugaenglich ist), zu keinem Zeitpunkt das Gefuehl, dass irgendetwas unsicher sein koennte. Der Larke Pass kann aber, wie gesagt (wegen Wind und insbesondere wenn Schnee liegt) schwierig sein, so dass man diesen aus Sicherheitsgruenden nie alleine gehen sollte (wobei - wie bereits ausgefuehrt - ein Guide Vorschrift ist und auch Checkposts existieren an denen das Permit kontrolliert wird).

> Bezueglich der Lodge in Dharamsala noch die Anmerkung, dass diese aller einfachsten Standard hat, wobei der Trek ohne Stop ab Samdo ueber den Larke Pass bis Bimtang (ohne Zwischenaufenthalt in Dharamsala)aber wohl nur fuer wirklich sehr geuebte Trekker mit Top Kondition machbar sein duerfte (sicherlich mindestens 12 Stunden reine Gehzeit).

> Hoffe, dass ich dir mit den Informationen die Entscheidung erleichtern konnte und viele Gruesse

> Steffen

Hallo Steffen,

vielen Dank fuer Deine ausfuehrliche Mail, das hat mir sehr geholfen. Ich wuerde trotzdem gern noch etwas nachfragen.

1.Wie kommt man an den Guide, der von Jagat zum Larke-Pass vorgeschrieben ist? Ergibt sich das in den Lodges von Jagat?
2.Wie kann ich mir das mit den Seilen am Pass vorstellen? Da kenne ich mich nicht mit aus. Hat der Guide denn Seile? Muss ich mir welche besorgen?
3.Permit: Wie lange dauert das mit dem Antrag in KTM, oder sollte man das Permit nach Moeglichkeit von Deutschland kurz vor der Reise organisieren und dann vor Ort abholen?
4.Wenige Trekker: ist man auf der Manaslurunde sehr einsam unterwegs oder trifft man jeden Tag andere, die man z.B. nach dem Weg fragen kann? Ist der Weg gut zu finden oder verlaeuft man sich leicht?
5.Hat Dir der Trek eigentlich gut gefallen?

Freundliche Gruesse,
von Volker Dreyer

Geschrieben von Volker am 28. November 2016 um 05:35 Uhr.

Antwort zu: Re: 2 Fragen bzgl. Individualtrek Round Manaslu 2017 geschrieben von steffen am 22. November 2016 um 14:57 Uhr.


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