Grossartiges Verhalten der beiden Piloten?

In Nepal gibt es so gut wie keine geeigneten Notlandplaetze.
Das liegt am Fehlen von Maschinen, mit denen der Boden fuer die Landwirtschaft geglaettet und von Steinen befreit wird. Alles wird mit Handarbeit angelegt, im Terrassenbau, natuerliche Unebenheiten bleiben erhalten. Die ebeneren, von Arbeitstieren bearbeiteten Reisfelder sind von Waellen oder Mauern umgeben und zu klein.
In den Alpen haben wir ueberall gruene ebene Matten im Tal, die ueber Jahrhunderte maschinengerecht angelegt und eingeebnet wurden. Als Segelflieger macht man sich beim Streckenflug kaum Gedanken, ob man Notlandefelder findet, sie sind einfach da. Es reicht, aus wenigen hundert Metern, kurz vor der Bodenberuehrung, geeignete Flaechen auszusuchen. Nicht einmal Gleitschirmflieger finden in Nepal geeignetes Terrain.
Die einmotorige Maschine sinkt ohne Antrieb sehr schnell, es bleiben nur wenige Sekunden. Fliegereiminister Pokharel hat sofort eine Anordnung herausgegeben, dass einmotorige Maschinen in Nepal keine Fluggaeste mehr mitnehmen duerfen. Der Ausfall des Motors endet in Nepal sehr oft toedlich. Den Augenberichten nach endete der Flug offensichtlich mit stehendem Motor mit dem weltweit ueblichen Standardpilotenfehler Stroemungsabriss, ein Steilabsturz, ungesteuert, das Flugzeug bohrte sich in einen Erdhuegel. Natuerlich beruhigt man seine Passagiere, man braucht Ruhe, um einen geeigneten Landeplatz zu finden.
Nein, Fliegen ist in Nepal gefaehrlicher als anderswo, selbst Gleitschirmflieger finden kaum geeignetes Terrain. Die Voegel stoerts nicht, die finden mehr Futter.
Also, wer es vermeiden kann, ersetzt einen Flug durch andere Verkehrsmittel, gutes Schuhwerk ist da nicht das Schlechteste, das ist das, was einen Nepaltreck ausmacht.
Von Birethanti nach Pokhara gibt es einen Bus. Fuer die Annapurnarundenraser eine gute Hilfe. Dhampus ist gut angeschlossen. Fuer diesen ueberfluessigen Flug auf der Annapurnarunde wuerde ich doch auf Poonhill oder ein Bad in Tatopani nicht verzichten wollen.
Unnoetige Gefahren kann man vermeiden.
Immerhin war die Kalikot-Maschine auf einer laengeren Strecke unterwegs als zwischen Pokhara und Jomosom.
Nepal ist flugtechnisch eine Katastrophe. Lest doch mal die nepalesischen Kommentare oder Statistiken, die sagen, im Gegensatz zu Reiseveranstaltern, die Wahrheit zu "vorbildlichem Verhalten".
Ein Flugzeugunfall macht natuerlich immer mehr Aufsehen, als wenn Menschen an anderer Stelle zu Schaden kommen. Menschen haben in Nepal einen Wert. Flugzeuge einen hoeheren? Die Gefahren in Nepal sind bekannt. Nur aendert sich dadurch nichts. Lobend sollte man vielleicht erwaehnen, dass einige Loecher auf der Rollbahn von Tribhuvan endlich zugeschuettet wurden.

Geschrieben von Bernd Schlueter am 27. Februar 2016 um 05:11 Uhr.

Antwort zu: Offenbar grossartiges Verhalten der beiden Piloten geschrieben von Andreas Khanal am 26. Februar 2016 um 21:25 Uhr.


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