Nepalesische Presse zur Zeit der Exilregierung

Die grossen indischen Zeitungen kommen meist aus New Delhi. Ich studierte sie erst 1987 nach meiner Rueckkehr aus Nepal in der indischen Botschaft in Bonn. Sie waren damals von hervorragender Qualitaet und jede Woche war ein ganzer Teil an einem Tag Nepal gewidmet.
Die Quelle war die Zivilregierung und Sushil Koirola war mit Sicherheit massgeblich daran beteiligt.
Es waren fuenf Zeitungen, die am ausfuehrlichsten berichteten. Da waren zuverlaessige Berichte ueber die wirtschaftlichen Verflechtungen mit genauen Zahlen. Insbesondere wurde ganz besonders genau ueber Kriminalitaet in Nepal berichtet, mit Statistiken ueber Touristenmorde, gelistet nach Nationalitaet, Geschlecht und Art der Behandlung in Nepal. Sprich, Kriminalitaet wurde in Nepal selbst verschwiegen, genau, wie es auch heute noch der Fall ist.
Sushil hatte in New Delhi weit freiere Hand als in seinen letzten Tagen in Nepal. Er wurde bei seinem Besuch in den Erdbebengebieten regelrecht in die Ecke gedraengt und er konnte nicht so reden, wie er eigentlich wollte. Das gleiche passierte ihm bei den Madhesi. Er hat sich sicherlich diese Angriffe zu Herzen genommen, was schliesslich mit zu seinem Tod beitrug. Nein, er stellte sich, im Gegensatz zu der korrupten Koenigsfamilie, jeder Anforderung und das wird auch in Nepal allgemein anerkannt. Nicht nur vor 31 Jahren, sondern auch noch letzte Woche, bis zu seinem Tod.
Was zu uns aus Nepal drang, waren meist verklaerte Koenigshausgeschichten und Werbung der Reiseveranstalter.
Allenfalls liessen uns manchmal die Berichte von Amnesty International und von den Aerzten ohne Grenzen wegen der katastrophalen Menschenrechtsberichte aufhorchen.
New Delhi berichtete wahrheitsgemaess, ein Vorteil, wenn man im Exil lebt.
Geschrieben von Bernd Schlueter am 13. Februar 2016 um 06:22 Uhr.

Antwort zu: Re: Richtigstellung der Sachverhalte geschrieben von Bernd Schlueter am 13. Februar 2016 um 04:53 Uhr.


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