Re: Richtigstellung der Sachverhalte

Ja, danke, Du hast einiges richtig gestellt, was ich nicht wusste. Mahendra war 1960 Koenig. So erklaert sich mir auch der Widerspruch, nach dem Sushil und Birendra urspruenglich befreundet gewesen sein sollen.
Ich kannte damals den Namen Koiralas, weil er als der Fuehrer der Exilregierung in Indien ueberaus bekannt war. So, wie ich es damals erlebte, sprach jeder Widerstandskaempfer gegen den Koenig und das Panchayat von ihm. In Kreisen von koenigstreuen Chetris und Brahmanen wurde weniger von ihm gesprochen. Du hast vielleicht bemerkt, dass ich mich mehr fuer demokratische Bestrebungen und Einhaltung der Menschenrechte interessierte.
Also, kompliziert ist das Verhaeltnis des letzten Premiers
zu den verschiedenen Gruppen Nepals durchaus. Das wurde zuletzt bei dem Besuch der Opfer des Erdbebens ueberdeutlich.
Aber ueberall war er als ausgleichender Politiker anerkannt und geachtet. Nein, er war nicht unbedeutend, als er im Exil weilte und hielt, nicht zuletzt, weil auch er, wie Pushpa Kamal Brahmane ist, stets Verbindung zu allen Gruppen Nepals, auch den Koenigstreuen und den Widerstandskaempfern , wie den Maoisten. Die Korruptionsvorwuerfe galten nicht ihm, sondern seiner Familie und ihrer Kaste.
Sushil und Prachendra kaempften fuer die Demokratie, nicht erst als Ministerpraesidenten und damit auch fuer die Anerkennung der Rechte der Unberuehrbaren und Frauen.
Paradoxerweise sind beide Brahmanen und heute besteht das Parlament, wie noch nie, fast nur aus Brahmanen und diese Kaste hat in der naeheren Vergangenheit gezeigt, dass sie ein praktisch unueberwindbares Hindernis fuer eine wirkliche Demokratie und eine wirklich klassenlose Gesellschaft ist. Das Positivste an den Brahmanen ist, dass sie als Religionslehrer immer auf Ausgleich bedacht sind, allein schon durch ihre Erziehung.
Ein kompliziertes Geflecht, Nepal ist eben Orient, man sieht es auch an dem komplizierten Lebenslauf Sushils.
Den friedlichen Klassenkampf, der Buddha vorschwebte, werden diese Brahmanen jedenfalls nicht gewinnen. Buddhisten werden wahrscheinlich weiterhin untergebuttert, wie auch die Rechte der Frauen und der Unberuehrbaren.
Der Rechtsanwalt, der uns aus der Hand der deutschen Verbrecher befreite, war, wie der befreundete Koenig Birendra, Chetri. Er kannte die Zusammenhaenge mit den kriminellen Elementen in der deutschen Regierung, die noch bis in unsere Tage, sogar vermehrt, von sich reden machen. Ja, 31 Jahre ist unsere letzte Nepalreise her und der damalige Geheimdienstminister Wolfgang Schaeuble, ist immer noch im Amt.
Der Mann, der unsere Flucht zur Famile von Dr.Gerlach, Botschafter in New Delhi, plante, war auch Angehoeriger des deutschen Geheimdienstes, BND, es gibt eben nicht nur Verbrecher in unseren Geheimdiensten in Pullach mit der Zentrale Bundeskanzleramt. Er war ueber die damaligen problematischen Zustaende in der deutschen Botschaft in Delhi bestens informiert, die Familie des Botschafters hatte die deutsche Botschaft evakuiert, wegen des Sikh-Aufstandes, und lebte im Hotel. Dort wurde die gesamte Familie auch von einer Horde Sikhs ermordet. Wir waren deshalb froh, als Mitilesh Kumar Singh eine bessere Loesung fand. In deutschen diplomatischen Kreisen war das Ganze sicherlich nicht mit Freuden aufgenommen worden. Trotzdem konnte die spaetere "Suedamerika-Connection" in Deutschland und anderswo ihr Korruptionswerk bis in unsere Tage ungestoert fortsezen. Wolfgang Schaeuble war damals noch jung und macht meines Erachtens heute eine gute Politik, das moechte ich betonen, Werner Mauss und Bernd Schmidbauer halten sich heute der Politik fern. Nein, das haengt alles zusammen. Sushil Koirala habe ich nie kennengelernt, das war nie meine Absicht, aber als Kaempfer fuer Demokratie war er uns, meiner Freundin und mir, damals sehr gut bekannt. Auch jeder Nepali kennt ihn. Nein, er war nie unbedeutend und ist es heute auch nicht.

Geschrieben von Bernd Schlueter am 13. Februar 2016 um 04:53 Uhr.

Antwort zu: Richtigstellung der Sachverhalte geschrieben von Andreas Khanal am 12. Februar 2016 um 19:32 Uhr.


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