Verhandlungen auf 'Task-Force' Ebene sind gescheitert


Die Verhandlungen, die in den letzten Tagen auf
'Task-Force' Ebene mit den Medhesi gefuehrt wurden,
sind gescheitert.

Nun werden die Fuehrer der drei wichtigsten Parteien
und wohl auch der Premierminister mit ihnen Gespraeche
auf oberster Instanz fuehren. Ob dabei mehr herauskommen
wird ist ungewiss.

Was leider immer wieder in Nepal vorkommt, ist, dass
fuehrende Politiker oeffentlich den Eindruck erwecken,
als waeren positive Verhandlungsergebnisse quasi nur
noch eine Formsache und als wuerde der Abschluss der
Verhandlungen unmittelbar bevorstehen.
Zwar scheint sich die Verhandlungsatmosphaere grund-
saetzlich verbessert zu haben, jedoch ist die Regierungs-
seite den Medhesi offenbar nicht genuegend entgegengekommen.

Einer der Hauptstreitpunkte ist der Grenzverlauf, der
durch die neue Verfassung neu entstandenen foederalen
Provinzen.

Die Parteien, die die Verfassung durchgeboxt haben,
haben die Madhesi bewusst uebergangen und stark benach-
teiligt. Und sie versuchen offenbar auch weiterhin,
bei ihrer Linie zu bleiben. Da darf man sich ueber die
weiter anhaltende Blockadehaltung der Madhesi nicht
wundern.

Eigentlich sind es zwei verschiedene Blockaden. Zum einen
die der Medhesi und Tharu, in dem sie die Grenzuebergaenge
blockieren, zum anderen handelt es sich um eine ganz
offensichtlich von Indien verhaengte Handelsblockade,
die von der indischen Regierung kategorisch abgestritten
wird - die aber dennoch ganz klar besteht und nach dem
Voelkerrecht rechtswidrig ist (UN Generalsekretaer Ban
Ki-moon hatte bereits interveniert - ohne Erfolg!).

Die drei nepalischen Parteien sind nach wie vor
am pokern und die Medhesi merken das natuerlich.
Leittragend ist die Bevoelkerung und die so dringend
benoetigte wirtschaftliche Entwicklung.

Aber wie soll man das aussenstehend bewerten?

Das ist alles kompliziert und schwer zu durchschauen.

Es verwundert, dass nicht laengst die Frauen im
grossen Stil auf die Barrikaden gegangen sind,
denn die Frauen gehoeren ebenfalls zu den grossen
Verlierern der neuen Verfassung.

Schwer nachzuvollziehen ist, dass die Maoisten
wesentliche Grundforderungen im Hinblick auf
Gleichheit und Gerechtigkeit zumindest teilweise
aufgegeben haben. War der Wille, endlich die
Verfassung zu verabschieden zu gross? Oder war
es der vielversprechendste Weg, zukuenftig an der
Macht beteiligt zu sein? Oder gar an die Geldtoepfe,
in denen 4.1 Millionen US Dollar fuer den Wideraufbau
schlummern, zu gelangen?

Vielleicht von allem etwas! Man kann nur mutmassen.

Es bleibt nichts anderes uebrig als weiterhin auf
kleine Schritte nach Vorne zu hoffen.

Mit besten Wuenschen
Andreas







Geschrieben von Andreas Khanal am 19. Januar 2016 um 16:19 Uhr.

Antwort zu: Aktueller Stand zur Konfliktsituation geschrieben von Andreas Khanal am 17. Januar 2016 um 14:44 Uhr.


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