Ein Schelm, der boeses dabei denkt ...


Lieber Bernhard,

deine gute Beobachtung und dein Einwand dazu sind
vollkommen zurecht. Allerdings wird hierbei ein
'kleines' Grundproblem sehr deutlich.

Nepal besteht aus ueber 100 Kasten und ethnischen
Gruppen. Die wollen moeglichst alle irgendwie
an politischen Prozessen beteiligt sein und mit-
bestimmen. Es ist schon fast ein Wunder, dass es
nicht noch mehr Stellvertreter des Premierministers
und Minister gibt. Klingt fuer europaeische Ohren natuerlich
ein wenig befremdlich. Aber es ist tatsaechlich so. Alle
wollen im Machtapparat einen Fuss in der Tuer haben. Sollten
Ministerposten abgeschafft werden, gibt es gleich einen
Aufschrei.

Fuer nepalische Verhaeltnisse werden da sicher auch
einige Gelder verbraten. Im internationalen Vergleich
werden die Ministergehaelter jedoch eher gering sein.
Auch die einzelnen Ministerien werden, was ihre
offiziellen Budgets anbetrifft, finanziell keine
grossen Spruenge machen koennen.

Problematischer ist bestimmt die Schwerfaelligkeit,
wenn eine Regierung ueber 38 Ministerien verfuegt.
Ich moechte da kein Aktensortierer oder Premierminister
sein - bin ich zum Glueck ja auch nicht.

Apropos Glueck! Das grosse Glueck ist ja 'zum Glueck' auch
nicht fern: die Menge der Ministerien ist sicher ein
ganz gutes Verteilungssystem. Wenn sich internationale
Finanztoepfe oeffnen, verteilt sich das Geld wie Honig ueber
die volle Breite der Ministerien. Es muss ja schliesslich
was haengen bleiben, bevor die Gelder dahin gelangen, wofuer
sie eigentlich gedacht sind und fuer nuetzliche Dinge sinnlos
ausgegeben werden. Es ist ja weithin bekannt, dass in Nepal
fast alles ohne Korruption laeuft.

Ein Schelm, wer boeses dabei denkt ...

Mit besten Wuenschen
Andreas


Geschrieben von Andreas Khanal am 14. Januar 2016 um 14:49 Uhr.

Antwort zu: Re: Anzeichen auf Verbesserung der Lage? geschrieben von Bernhard am 14. Januar 2016 um 08:39 Uhr.


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