Re: Auswirkungen der Blockade noch weiterhin spuerbar ...

Andreas und liebe Freunde,

man kann zur Situation lediglich sagen: Drueckt Nepal die Daumen und bleibt weiterhin in gutem Kontakt.

Das Ernste an der Sache ist, dass der Sueden Nepals, wo mittlerweile mehr als 50% indien-staemmige Menschen leben, zu keinerlei Gespraechen mit den zentralen Behoerden in Kathmandu bereit ist, sondern auf Autonomie beharrt und diese durch Gueterblockade zu erreichen sucht.

Die Frage ist, ob sich in den naechsten Wochen und Monaten Gespraechsbereitschaft von Seiten der Autonomiesuchenden einstellt und in Verhandlungen eine Losloesung des Tarai von Nepal verhindert werden kann.

Falls die Autonomiebewegung erfolgreich ist, so stellt sich die Frage, ob die De Facto-Uebernahme des Tarai durch Indien ohne Blutvergiessen ablaeuft, denn die Wut der nepalisch-staemmigen Bevoelkerung des Tarai ist gross.

Weiters stellt sich die Frage, was die Loesloesung des Tarai wirtschaftlich fuer Rest-Nepal bedeuten wird und wie China reagiert.

Die Nepalesen, die ich kenne, sind jedenfalls in allergroesster Sorge, was die gesamte Entwicklung betrifft.

Als Vergleich: Die Blockade in 1989/90 dauerte 13 Monate, bis Indien sich mit diversen Forderungen durchsetzte, die damals allerdings ganz anders gelagert waren.

Grosse Enttaeuschung herrscht ueber die abwartende Haltung von Indiens Premier Modi, der ja als aeusserst nepalfreundlich gilt bzw. dis dato galt.

Da es sich zunaechst um eine nepal-interne Auseindersetzung zwischen den Bevoelkerungsgruppen innerhalb des Tarai handelt, ist Modis Haltung verstaendlich.

Um den Nepalesen ein ganz klein wenig Mut zu machen, haette er jedoch im Gespraech mit dem nepal. Aussenminister vor wenigen Tagen zumindest andeuten koennen, dass Indien die Situation an der indischen Seite der Tarai-Grenze beobachtet und `unerlaubtes Aktivitaeten`, die Blockade betreffend, ahndet.

Das er es unterliess, eben das klarzumachen, spricht Baende und man muss sich auf weitere schwierige Zeiten hier in Nepal einstellen.

Olga


> Liebe Nepalfreunde,

> der Warenverkehr und die Transporte von Benzin und Kerosin
> an der nepalisch-indischen Grenze findet zwar mittlerweile
> teilweise statt, offenbar jedoch noch immer nicht im normalen
> Umfang. Der nepalische Aussenminister ist z. Zt. fuer einen
> dreitaetigen Besuch in Delhi und hat mit Premierminister Modi
> und dem indische Aussenminister ueber die Situation gesprochen.
> Von indischer Seite wird gesagt, es gaebe keine von Indien
> verursachte Blockade. Im gleichen Atemzug sagt Modi freundlich
> laechelnd, Nepal solle seine Angelegenheiten in Sued Nepal in
> Ordnung bringen.

> Das erscheint alles sehr scheinheilig!

> I Nepal, insbesondere in Kathmandu, besteht nach wie vor
> Mangelversorgung. Nepal versucht nun Kerosin aus China
> geliefert zu bekommen. Viele Menschen sind bei der Erledigung
> ihrer taeglichen Angelegenheiten stark eingeschraenkt - die
> Auswirkungen der Blockade weiterhin deutlich spuerbar. Dies
> sind jedenfalls die Informationen, die ich taeglich von ver-
> schiedenen Seiten in Nepal mitgeteilt bekomme.

> Die Situation ist nicht hochdramatisch, aber
> dennoch in vielen Bereichen einschraenkend.

> In einigen Tagen geht das Dasain Fest zu Ende. Wenn dann
> der normale Arbeitsalltag beginnt, wird die Problematik
> moeglicherweise noch deutlicher, sofern sich der Verkehrs-
> fluss nicht wirklich normalisiert.

> --

> Ein Hinweis noch an Reisende, insbesondere Allein-
> reisende, die derzeit in Nepal unterwegs sind:

> Die ohnehin nicht leichte Lebenssituation vieler Nepalis
> hat sich in diesem Jahr durch all die Ereignisse (Erdbeben
> etc.) noch weiter erschwert. Es gibt zwar meines Wissens
> bisher keine direkten Anzeichen dafuer, aber man muss damit
> rechnen, dass dadurch auch die Kriminalitaetsrate ansteigen
> wird. Menschen, die in Not sind, begehen vielleicht
> kriminelle Handlungen, die sie unter normalen Umstaenden
> vielleicht nicht begehen wuerden. Reisende sollten daher
> noch achtsamer sein, dass ihnen nichts passiert und sie
> nicht auf irgendwelche Tricks hereinfallen oder bestohlen
> werden. Es geht nicht darum, Vorurteile zu entwickeln,
> sondern um die Bewusstwerdung, dass man als reisende Person
> unter diesen Umstaenden noch eher zum Ziel krimineller
> Handlungen werden kann. Wie in der ganzen Welt gibt es
> auch in Nepal Menschen, die es nicht gut mit einem meinen.
> Darueber muss man sich im Klaren sein.

> Mit besten Wuenschen
> Andreas

> --------------
> www.yakyeti.de
> --------------
>
>

Geschrieben von Olga, Kathmandu am 21. Oktober 2015 um 02:05 Uhr.

Antwort zu: Auswirkungen der Blockade noch weiterhin spuerbar ... geschrieben von Andreas Khanal am 20. Oktober 2015 um 13:36 Uhr.


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