Heute ist der erste Tag des Dasain Festes ...


Liebe Nepalfreunde,

heute ist der erste Tag (ghatasthapana dashain)
des Dasain Festes. Leider ist die Situation
fuer die Menschen in Nepal gerade nicht gut.
Die Auswirkungen der Blockade haben zu vielen
Verknappungen gefuehrt.

Dieses Jahr ist ohnehin ein hartes Jahr fuer Nepal.
Da waren die an mehreren Tagen ausgefallenen Fluege
Anfang Maerz, durch die havarierte Turkish Airlines
Maschine, noch das kleinste Problem. Die beiden
Hauptbeben und die zahlreichen Nachbeben haben in
manchen Gebieten/Stadteilen fuer grosse Not gesorgt.
Viele waren unmittelbar betroffen, haben vielleicht
Familienmitglieder oder Freunde verloren, haben grosse
Sorgen durchlebt oder wurden selbst zumindest traumati-
siert.

Die Menschen haben ihr bestes gegeben, um ihre Situation
einigermassen in den Griff zu bekommen, trotz Erschwernis
durch die Monsunzeit und bisher von staatlicher Seite
weitgehend ausgebliebener Hilfsgelder.

Dann der Hoffnungsschimmer: die neue Verfassung ist end-
lich da - Grundvoraussetzung, dass es im groesseren Stil
wirklich mal weiter geht. Zwar sind immer noch umstrittene
Punkte in der Verfassung, aber immerhin sie ist nun endlich
da. Viele Gruppierungen mussten Federn lassen und konnten
nicht alles in die Verfassung einbringen, was sie gerne
beruecksichtigt gehabt haetten. Aber gut.

Jetzt wuerden die Nepalis gerne wenigstens ein ruhiges
Dasain Fest feiern und ein wenig Unbeschwertheit erleben,
doch die Blockade haut richtig rein. In vielen Lebensbereichen
ist das einschneidend fuer die Menschen. Durch die noch immer
weit verbreitete Benzin-Knappheit ist es vielen nicht moeglich,
in ihre Heimatdoerfer zu fahren und ihre Familien zu sehen. Wer
mit Kerosin kocht, ist schlecht dran. Auch bleiben Frischwasser-
transporte fuer Stadtviertel und manche Gegenden aus, die mit
Wasser versorgt werden muessen. Und es sind auch weniger Touristen
im Land, als zu dieser Zeit normalerweise ueblich. Viele sind
ja finanziell vom Tourismus abhaengig. Nein - die Situation ist
wirklich nicht gut. Besonders Kathmandu ist hart getroffen.

Wenigstens haben sie nun einen neuen Premierminister, der
vielleicht eine kleine Hoffnung auf Verbesserungen ist.
Natuerlich kann auch der nicht zaubern und wird es nicht
einfach haben, all die vielen zu bewaeltigenden Probleme
in den Gruff zu bekommen.

Wuenschen wir allen Nepalis trotzdem, dass sie in
irgendeiner Weise ein schoenes Dasain Fest feiern
koennen und sich nicht von den ganzen Schwierigkeiten
unterkriegen lassen. Es bleibt immer nur der Blick
nach vorne.

Mit herzlichem Gruss
Andreas




Geschrieben von Anreas Khanal am 13. Oktober 2015 um 21:39 Uhr.


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