Nochmals zur Berichterstattung ueber Nepal ...


Lieber Klaus,

naja der Artikel in der Frankfurter Rundschau ist
von Willi Germund, einem durchaus sehr erfahrenen
und professionellen Journalisten, der seit Jahren
fuer viele zahlreiche renommierte Zeitungen schreibt.
Ich moechte ihm nicht die Kompetenz absprechen. Er
hat auch nach den Erdbeben berichtet. Das fand ich
grundsaetzlich interessant, was er schrieb. Zwar war
in seiner ersten Berichterstattung nach dem Beben
am 25.04. ein gewisser Schnitzer mit drin, der zunaechst
fuer Verwirrung sorgte, aber es koennen in der Eile und
'im Eifer des Gefechtes' einfach auch Fehler passieren.
Das moechte ich gar nicht kritisieren. Wir machen alle
Fehler - keiner ist frei davon.

Wenn ich diesen Fehler erwaehne, so kann ich auch gerne
sagen, worum es geht. Er hatte in einem Artikel, der
in mehreren Zeitungen erschien, folgendes geschrieben:

"...Zumindest fuer Hilfsfluege wurde mittlerweile der
Flughafen in der Naehe der Stadt Pokhara, auch als Tor
zum Annapurna bekannt, geoeffnet. Die Stadt lag nahe
dem Epizentrum des Bebens und ist weitaus schlimmer
zerstoert als Kathmandu."

Erschienen am 27.04.15, in der Mitteldeutschen Zeitung
und anderen Zeitungen.

Wer den gesamten Artikel lesen moechte:

http://www.mz-web.de/panorama/erdbeben-in-nepal-nahrung-fuer-erdbeben-ueberlebende-droht-knapp-zu-werden,20642226,30540402.html

---

Pokhara ist von den Beben fast gar nicht in Mittleiden-
schaft gezogen worden. Da dieser Artikel zwei Tage nach
dem Hauptbeben erschien und die Nachrichtenlage noch
nicht richtig klar war, hatte ich mir fuer einige Stunden
um Pokhara und einige Leute, die ich dort kenne, grosse
Sorgen gemacht. Wahrscheinlich ging es anderen aehnlich.

Trotzdem moechte ich diesen Fehler nicht ankreiden. Wenn
so etwas einmal raus ist, ist das schwer zu korrigieren.
Und man muss einfach die Eile und Dramatik beruecksichtigen,
unter der solche Berichte entstehen. Ich finde trotzdem
anerkennenswert, wie viele wertvolle Informationen Willi
Germund in der Kuerze zusammengetragen hatte. Das ist unter
all diesen Umstaenden nicht einfach. Er ist sicher ein
guter Landeskenner und guter Journalist.

Ich habe das jetzt nur geschrieben, damit
auch dieser Punkt einfach mal besprochen
ist. Denn der Fehler war ja grundsaetzlich
passiert.

Der jetzige Artikel von Willi Germund ist vom
04.10.15. Zu diesem Zeitpunkt war durchaus be-
kannt geworden, dass Indien die Blockade - die
es ja offiziell ueberhaupt nicht gab - aufgehoben
wurde. D.h., es bestand auf jeden Fall die Hoffnung,
dass die Sache aufgeloest ist. Das sich das 2-3 Tage
danach wieder anders darstellt, ist einfach Pech.
Willy Germund ist momentan vermutlich in Bangkok
oder noch wahrscheinlicher in Indien (wegen des
Staatsbesuches von Angela Merkel) und nicht in
Nepal - das ist dann ein Grundproblem fuer die
Berichterstattung ueber das Himalayaland.

Wer den Artikel vom 04.10.15 lesen moechte:

http://www.fr-online.de/politik/indien----nepal-indien-beendet-blockade-von-nepal,1472596,32078758.html

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Lieber Klaus, wahrscheinlich sitzt du bereits
im Flugzeug. Ich wuensche dir einen guten Flug!

Mit besten Wuenschen
Andreas

Geschrieben von Andreas Khanal am 07. Oktober 2015 um 17:04 Uhr.

Antwort zu: Re: Deutschsprachige Medien in Nepal nicht gut vertreten! geschrieben von Klaus am 07. Oktober 2015 um 15:11 Uhr.


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