Re: Erdbeben - Rucksackreisen bitte nicht alleine

Nach den beiden grossen Beben ist die Gefahr eines dritten aehnlicher Staerke sehr gering. Das Epizentrum des zweiten Bebens lag weiter oestlich.
Waehrend des Monsuns bestand die Gefahr von Erdrutschen durch aufgeweichtes Erdreich noch einige Monate weiter. Jetzt hat die trockenere Jahreszeit den Boden wieder gefestigt.
Von daher duerften sich die in den Bergen immer vorhandenen Gefahren weitgehend normalisiert haben.
Nepal wird in diplomatischen Kreisen immer noch als Abenteurerland eingestuft. Diese Information wird nicht nach aussen weitergegeben und Ueberfaelle werden nach aussen hin abgestritten. Wir sind ein Beispiel dafuer. Aber auch dafuer, dass Moerder in Nepal bestraft werden, so der ueberlebende Raubmoerder in unserem Fall, den ich der Polizei genau beschrieb und der daraufhin sofort namentlich bekannt war.
Aus diesem Grund ist es auch dringend angeraten, nicht alleine zu wandern. Gibt es Zeugen, wie auch in unserem Fall, so besteht fuer die Moerder ein unkalkulierbares Risiko.
Es geht also nicht nur um Eure persoenliche Sicherheit, sondern vor allem auch die aller anderen.

Nebenbei geht niemand, der vernuenftig ist, in den Bergen alleine. Alleine schon wegen der vielen Gefahren, Erdrutsche, Steinschlag, Krankheit, die beim Trekken vielfach hoeher sind. Fast alle Opfer sind Alleinreisende, die Ermordeten speziell in Nepal fast immer Frauen, weil das "Benutzen" von Frauen gang und gaebe ist und die Moerder, immer Maenner, sind nicht frei davon. Siehe Zustand der meisten weiblichen Opfer.

Insgesamt wuerde auch ich, allerdings niemals alleine, auch nach dem ueberlebten Raubmoerderueberfall in Nepal Trekking wagen, trotz der Koerperbehinderungen, die ich damals davongetragen habe. Wir sind immer noch die einzigen, die einen solchen Anschlag ueberlebt haben. Der Moerder, der mich zerfetzt hat, wurde Opfer seines eigenen Kukris, das in meiner linken Augenhoehle stecken geblieben war.
Die gefaehrlichsten Gebiete sind immer noch die, in denen Sherpas wohnen, Helambu und Khumbu, daneben das Annapurnagebiet. Mustang ist eh fuer Alleinreisende gesperrt.
Unsere beiden Moerder waren Tamang, ebenfalls tibetstaemmig.
Bedenkt, das Geld, das jeder von Euch herumschleppt, rettet eine ganze Familie, deren Behausung zerstoert wurde. In den Haenden der Moerder erfuellt es wenigstens insofern einen guten Zweck.

Da mein Urlaub nicht mehr nur auf den Winter beschraenkt ist, habe ich fuer meine Bergtouren in den letzten Jahren die oesterreichischen und Schweizer Alpen vorgezogen, sonst haette ich auch wieder Nepal gewaehlt.


Geschrieben von Bernd Schlueter am 22. September 2015 um 03:15 Uhr.

Antwort zu: Erdbeben - Rucksackreisen wieder moeglich? geschrieben von Silke und René am 20. September 2015 um 08:46 Uhr.


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