Jiri: 90 % der Haeuser zerstoert?

Zu dem Ort "Jiri" kam heute ein Bericht in der heutigen Tageszeitung:

Zitat:


Schon ein Wellblechdach wuerde helfen

Erdbeben in Nepal: Der Struempfelbacher Gerhard Edel startet einen Spendenaufruf fuer einen befreundeten Bergfuehrer
Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Baur
Weinstadt-Struempfelbach. Auf vielen Trekkingtouren durch das Himalaya-Gebirge hat der nepalesische Bergfuehrer Dhyan Bahadur Jirel seinen Freund Gerhard Edel begleitet. Durch die Erdbeben im Fruehjahr ist er in grosse Not geraten. Deshalb will Gerhard Edel ihm, seiner Familie und seiner Gemeinde nun mit Spenden helfen.

Immer wieder schuettelt Gerhard Edel den Kopf, als er und Dhyan Bahadur Jirel, kurz D.B., die Fotos durchgehen. Sie sind auf seinem Wohnzimmertisch in Struempfelbach ausgebreitet und zeigen die Zerstoerung, die das Erdbeben angerichtet hat. In D.B.s Heimatgemeinde Jiri, einer gut 7000 Einwohner zaehlenden Stadt, steht fast kein Haus mehr. „Alles kaputt“, sagt Gerhard Edel. Das Foto, das vor ihm liegt, zeigt das Gasthaus der Gemeinde. D.B.s eigenes Haus – kaputt. Der Kindergarten von Jiri – kaputt. Das Haus seiner 100-jaehrigen Grossmutter – auch kaputt.

Die Fotos gleichen sich. Ueberall sieht man Menschen vor Ruinen stehen, die einmal ihre Haeuser waren. Es mutet fast wie ein kleines Wunder an, dass die Erdbeben im Fruehjahr zumindest in Jiri kein einziges Menschenleben gekostet haben. Doch die Einwohner sind tief verstoert von dem, was passiert ist. „Sie trauen sich nicht in ihre Haeuser zurueck, weil sie Angst haben, dass wieder etwas passiert“, erklaert D.B. Deshalb leben sie notduerftig in Zelten oder unter Planen und Plastik-Folien.

D.B., der als Bergfuehrer arbeitet, war auf Tour, als die Erde bebte. „Wir mussten uns eng an eine Felswand druecken, Felsbrocken und Geroell purzelten ueber uns hinweg“, erinnert er sich. Zwei Tage musste seine Gruppe ausharren, bis ein Helikopter sie schliesslich in einer dramatischen Rettungsaktion befreite. Andere hatten weniger Glueck: Mit eigenen Augen beobachtete D.B., wie hinabstuerzendes Geroell einen Mann und seine 15 Esel unter sich begrub.
Seit der ersten Trekkingtour vor elf Jahren sind die beiden befreundet

Fuer Gerhard Edel war sofort klar, dass er helfen musste. Die Ereignisse in Nepal liessen ihm keine Ruhe. Denn anders als die meisten Deutschen, die von den Erdbeben nur durch die Medien erfuhren, steht der Struempfelbacher schon lange in persoenlichem Kontakt zu D.B. und seiner Familie. „Wir kennen uns seit elf Jahren, seit meiner ersten Trekkingtour. Wir sind jedes Mal sehr herzlich empfangen worden“, sagt Edel. Er geraet ins Schwaermen, wenn er von Nepal spricht. Die Kloester, die mit Yakmist beheizten Oefen und die ueberwaeltigende Landschaft hatten es ihm gleich angetan. Seither hat er an drei Touren durchs Himalaya-Gebirge teilgenommen. Vom Kalapatar, dem hoechsten Punkt der Tour, blickt man rueber auf den Mount Everest.

Auf Bergfuehrer D.B. konnte sich die Gruppe dabei immer verlassen. Seit 25 Jahren fuehrt er Touristen sicher durch den Himalaya. Zunaechst allein, spaeter mit drei Helfern. Irgendwann arbeiteten sogar 70 „porter“, also Traeger, fuer ihn, die den Bergsteigern ihre Lasten abnahmen.

In ihrer derzeitigen Situation fehlt es den Einwohnern von Jiri an allem. Sie werden nicht mehr medizinisch versorgt, Schulen und Kindergaerten sind zerstoert. Zusaetzlich erschwert wird die Situation dadurch, dass man die 2000 Meter hoch gelegene Gemeinde nur zu Fuss erreichen kann. „Vor allem fehlt es uns an Wellblechdaechern“, sagt D.B. Ein paar Hundert Euro nur kosten die Daecher, die den Einwohnern aber eine enorme Hilfe waeren. „In die Folien, die wir jetzt benutzen, regnet es staendig rein“, erklaert D.B.

Schon kleine Betraege koennten viel bewirken, sagt Gerhard Edel, der darauf hofft, dass viele Menschen in Weinstadt D.B. und seine Gemeinde unterstuetzen. Erst vor kurzem habe einem kleinen Maedchen ein Geschwuer am Auge entfernt werden koennen. Eine komplizierte Operation war dafuer nicht noetig. „Es fehlten nur ein paar Dollar fuer die Busfahrt zum Arzt“, sagt Gerhard Edel. Er und ein paar Freunde legten daraufhin das noetige Geld zusammen.

Nach seinem Besuch in Weinstadt reist D.B. im August wieder nach Nepal. Spaeter dann, im Oktober, brechen Freunde von Gerhard Edel Richtung Himalaya auf und nehmen alles mit, was bis dahin an Spendengeldern zusammenkommen ist. Wie viel Geld dann wofuer verwendet wird, entscheidet D.B. allein. „Das ist natuerlich Vertrauenssache. Aber ich weiss, dass man sich auf D.B. hundertprozentig verlassen kann“, sagt Gerhard Edel.
Der nepalesische Bergfuehrer Dhyan Bahadur Jirel, kurz D.B., mit seinem deutschen Freund Gerhard Edel. Bild: Schneider
Das Nachbarhaus des Bergfuehrers D.B. wurde beim Erdbeben stark beschaedigt. Bild: Gerhard Edel

Geschrieben von Manfred W. am 16. Juli 2015 um 00:39 Uhr.

Antwort zu: Re: Trecking Jiri - Lukla geschrieben von Andrees am 15. Juli 2015 um 13:49 Uhr.


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