Tolles Projekt! / Man kann etwas tun, man sollte etwas tun.


Liebe Siegrid,

danke, dass du diesen Link gepostet hast.

Ich finde das grossartig! Man kann hier
sehr gut erkennen, dass betroffene
Menschen in Nepal mit ganz einfachen
Mitteln in gemeinsamer Initiative handeln
und sich gegenseitig helfen. Sie warten
nicht darauf, das Hilfe vom Himmel faellt,
sondern tun aus ihrem Selbstverstaendnis
heraus dass, was getan werden muss.

Ich halte konkret dieses Pojekt und Projekte
in dieser Art fuer absolut unterstuetzenswert.

Diese Form von Selbsthilfe ist hoechst effektiv
und richtet die Menschen auch wieder auf. Sie
entwickeln gemeinsame Staerke und setzen ein Zeichen
dafuer, dass sie nicht in Lethargie verfallen, sondern
die Herausforderung annehmen und sich nicht unterkriegen
lassen. Das ist bewundernswert.

Nepal wird - insbesondere in den Medien - manchmal
als schwaches, bitterarmes Land dargestellt. Das
ist mitunter durchaus auch der Fall, da will ich,
- auch wenn es weh tut - im Prinzip nichts gegen
sagen.

Aber es ist eben nicht 'nur' so!

Die Menschen haben auch unglaubliche Staerken, Qualitaeten
und Talente. Ihr Leben ist oft nicht einfach. Wir Mittel-
europaeer koennen uns in vielen Situationen gar nicht
denken, dass wir in der Weise funktionieren koennten,
wie es Nepalis oft tun.

Das ist ja auch ein Grund, warum z.B. die Bergsteiger
in Nepal genau wissen, dass sie ohne die Sherpas kaum
zurechtkaemen. Viele Nepalis sind unglaublich widerstands-
faehig und koennen Kraefte entwickeln, die uns nur staunen
lassen. Und sie tun das in der Regel nicht mit grossem
Getoese. Sie sind oft ruhig und still und agieren in
einer Weise, da bleibt einem die Spucke weg.

Trotz vielerlei Chaos im Land, trotz vieler Schwierigkeiten
und Probleme, die haeufig selbst verursacht sind. Es gibt
immer wieder auch Momente, in denen wir sehr stolz auf
Nepalis sein koennen. Und sie haben es verdient, dass wir
ihnen auf Augenhoehe begegnen, sie respektieren und gerne
auch unterstuetzen. Wer Nepal hilft, muss Geduld haben
und Rueckschlaege erleiden koennen. Wenn die richtige Zeit
gekommen ist, zeigt sich aber eines Tages, dass sich
die Hilfe ganz gewiss gelohnt hat.

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum es seit Jahren
in Nepal viele kleine NGOs gibt, die aus dem Ausland
unterstuetzt werden. Im uebertragenen Sinne: es macht
einfach Freude ein Pflaenzchen zu saeen, es stets zu
bewaessern und eines Tages zu sehen, wie es Fruechte traegt.
Besonders schoen ist es, wenn man die Entwicklung von
Kindern beobachtet und sieht, wie sie sich mit der Zeit
gut entfalten. Man sollte seine Hilfe jedoch nicht an
Erwartungen knuepfen. Ich finde, wenn man hilft, sollte
man das gerne und von Herzen tun, nicht aus 'schlechtem
Gewissen' heraus oder weil man sich dazu gedraengt fuehlt.
Hilfe ist etwas, dass wir einfach auf unterschiedlichste
Weise geben koennen. Man muss allerdings auch dafuer Sorge
tragen, dass die Hilfe in die richtige Richtung geht und
in bestimmten Bahnen verlaeuft. Hilfe sollte grundsaetzlich
aber immer frei geschehen. Man sollte nichts dafuer ein-
fordern wollen. Und man sollte auch keine Garantiern
erwarten.

Nepal hat besonders im Moment im humanitaeren Sinn
viel Hilfe notwendig. Wer kann und moechte sollte
nicht zoegern, diese zu geben.

Humanitaet ist nicht etwas, das man kaufen kann.
Zu humanem Handeln kann man sich einfach nur
entscheiden und sie anwenden. Und wer dies im
Kleinen tut, traegt dazu bei, dass sie auch im
Grossen geschieht. Auf humanitaeres Handeln duerfen
wir uns nichts einbilden, denn sie gehoert ganz
selbstverstaendlich zum Wesen wahrer Menschlichkeit.

Die Frage ist, ob wir im hoeheren Sinne wirklich
Menschen sind oder ob es fuer jeden einzelnen
vielleicht die Aufgabe ist, Mensch zu werden.

Mit besten Wuenschen
Andreas




Geschrieben von Andreas Khanal am 05. Mai 2015 um 21:44 Uhr.

Antwort zu: Aufbau von Notunterkuenften - bitte teilen! geschrieben von Sigrid am 05. Mai 2015 um 16:51 Uhr.


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