Re: Das grosse Erdbeben

Wir sollten bedenken, dass nur ein verschwindend kleiner Teil Nepals fuer den trekking-Tourismus freigegeben ist und das kaum Geld aus diesen Regionen ausser nach Kathmandu auch in den uebrigen Teil Nepals wandert. Wir koennen also praktisch nur vor Ort helfen, so wie auch die Einwohner Gorkhas, dem Zentrum des Bebens, im Wesentlichen auf sich selbst angewiesen sind. Praktisch alles wurde dort in reiner Handarbeit aufgebaut und wird auch nun mit der Haende Arbeit ohne unsere Hilfe und der der Regierung wiedererrichtet.

Nur wenige von uns setzen sich fuer die Nepalis in den abgelegeneren Landstrichen ein und versuchen, langfristigere Verbesserungen zu erreichen. Diesen, darunter vielen Aerzten, in der Mehrzahl Inderinnen, gilt unsere besondere Anerkennung.

Das Unglueck hatte, trotz wahrscheinlich 10.000 Toten, ein geringeres Ausmass als das Erdbeben vor kurzer Zeit in China, das weniger von uns beachtet wurde. China hat nun tatkraeftig und sofort geholfen. Das sei in China normal, dass man ungefragt hilft und auch uns wurde damals von chinesischer Seite Hilfe angeboten worden, die wir leider nicht in Anspruch genommen hatten. China ist insofern auch ein relativ sicheres Reiseland, auch, wenn die medizinische Infrastruktur immer noch nicht zufriedenstellend ausgebaut ist. In Nepal laesst sich hier noch sehr viel verbessern und unsere Hilfe ist in diesem Bereich besonders effektiv.

Der prozentuale Anteil der Verkehrstoten lag uebrigens vor den 80er Jahren in Deutschland hoeher als der der nun in Nepal Getoeteten und hat im letzten Jahrzehnt ganz gewaltig abgenommen. Die jaehrliche Todeszahl durch die in unseren deutschen Krankenhaeusern durch mangelnde Hygiene gezuechteten MRSA-Bakterien liegt uebrigens hoeher, ist aber unspektukulaerer als ein Erdbeben. In Nepal gibt es kein MRSA, allerdings andere Infektionsquellen wie verunreinigtes Wasser.
http://www.t-online.de/lifestyle/gesundheit/id_71855750/gesundheitsministerium-dementiert-tausende-tote-durch-multiresistente-keime.html
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/185/umfrage/todesfaelle-im-strassenverkehr/

Geschrieben von Bernd Schlueter am 30. April 2015 um 22:14 Uhr.

Antwort zu: Re: Das grosse Erdbeben geschrieben von Klaus - HIMATREK am 30. April 2015 um 18:09 Uhr.


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