Durch Medien verbreiteter Irrtum


Ich moechte gerne mit einem Irrtum aufraeumen,
der in den Medien verbreitet wird:

Es wird von einigen Journalisten berichtet, viele Nepalis
wuerden Kathmandu verlassen und in diesem Zusammenhang
der Eindruck vermittelt, dies sei aufgrund der schlechten
Versorgungslage der Fall. Eine Art Exodus sei im Gange.

Sicher - die Versorgungslage nach so einer Katastrophe
ist auf jeden Fall ein grosses Problem, und auch die
Verteilung von Hilfsguetern. Und es wird einige Leute
geben, die in der jetzigen Situation in Kathmandu
nicht klar kommen.

Dass viele Nepalis Kathmandu verlassen, hat jedoch meist
ganz andere Gruende. Viele dieser Leute stammen aus irgend-
welchen Doerfern im laendlichen Raum, ueber ganz Nepal verteilt.
Sie haben das Erdbeben - wie auch immer - ueberstanden und
machen sich natuerlich Sorgen darueber, wie die Situation in
ihren Heimatdoerfern aussieht. Sie moechten wissen, wie es ihren
Familien, Verwandten und Freunden geht. Sie moechten auch helfen,
ihre Heimatdoerfer und Haeuser ihrer Familien wieder aufzubauen.
Sie koennen nicht einfach mal zu Hause anrufen und fragen, was
los ist, weil gar keine Moeglichkeiten bestehen, zu telefonieren.
Ausserdem moechten sie das schrecklich erlebte lieber bei ihren
Familien verarbeiten, als im grossen Kathmandu, wo sie kaum
Familienbande haben.

Sie sind ohne Kontakt und machen sich Sorgen und fahren
deshalb nach Hause. Sie wissen, dass sie jetzt dort
gebraucht werden. Die Beweggruende Kathmandu zu verlassen
sind jedenfalls weitgehend andere, als 'Panikgruende'.

Gruss
Andreas

Geschrieben von Andreas Khanal am 29. April 2015 um 16:17 Uhr.


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