Wir sollten nicht ganz vergessen

Wir sollten auch nicht ganz vergessen, dass unser einflussreichstes "Kastenwesen", die Adelsherrschaft, erst 1918 beendet wurde, aber heute noch Auswirkungen hat. Die Leibeigenschaft wurde in Preussen offiziell 1807 abgeschafft, durch den Druck, der durch die franzoesische Revolution und Napoleon entstand, bestand aber faktisch noch laenger fort. Auch unser Wahlrecht richtete sich noch lange nach der Schichtzugehoerigkeit und wer arm ist, wird selbst heute noch untergebuttert. Zur Zeit verstaerkt sich der Einfluss der Schichtzugehoerigkeit bei uns sogar, das Geld regiert die Welt nicht unbedingt gerecht. Auch das Land der unbegrenzten Freiheit, die USA, ist nicht frei von Diskriminierung.
Nepalesische Kinder werden von ihren armen Eltern nach Indien verkauft, bei uns erleiden manche Frauen und Kinder aus den oestlichen Staaten ein aehnliches Schicksal.
In Nepal gibt es inzwischen eine starke Gegenbewegung. Die Maoisten spielen dabei eine wichtige Rolle, beeinflusst durch den "sendero luminoso" aus Suedamerika. Uebrigens gibt es da interessante Querverbindungen zu Loesegeldgeschaeften unserer Bundesregierung, damals bekannt geworden unter Bernd Schmidtbauer und dem Sonderagenten Mauss. Da steckten wir, meine Freundin und ich, mal mitten drin.
Im Gegensatz zu der suedamerikanischen Rebellenorganisation steht in Nepal der Widerstand gegen die soziale Ungerechtigkeit auf viel solideren Fuessen. Nicht nur ist die Mehrzahl der Nepalis mit den Auswuechsen des Kastenwesens unzufrieden, sondern es besteht auch eine solide relgioese Basis. Gautama, Buddha, war selbst, obwohl Hindu, ein Kaempfer gegen die Ungerechtigkeit des Kastenwesens.

Wir koennen als Touristen der Ungleichheit in Nepal entgegenwirken, indem wir unser Geld bevorzugt der aermeren Landbevoelkerung zugute kommen lassen. Leider ist Nepal aber ein Land, in dem wir uns nur auf wenigen ausgewaehlten Wegen bewegen duerfen, was unter anderem auch mit Sicherheitserwaegungen als Folge der Armut zu tun hat.
Auch da laesst sich noch einiges verbessern.

Geschrieben von Bernd Schlueter am 16. März 2015 um 11:27 Uhr.

Antwort zu: Es ist nicht ganz so ... geschrieben von Andreas Khanal am 15. März 2015 um 00:25 Uhr.


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