Es ist nicht ganz so ...


Lieber Bernd,

das ist nicht ganz so,
wie du es verstanden hast

Es war nicht so, dass explizit Nicht-Hindus der Zugang zum
Kathmandutal verweigert bzw. eingeschraenkt wurde.
Diese Massname war nicht im religioesen Zusammenhang
motiviert. Es ging um die raeumliche Trennung zwischen
Bewohnern des Kathmandutals und der ausserhalb des Tales
lebenden Landbevoelkerung.

Seit Beginn der Koenigsherrschaft war die Bevoelkerung des
Kathmandutales gegenueber der Landbevoelkerung in vielerlei
Hinsicht privilegiert. Es war eine Art Lehnsherrschaft gegenueber
der Landbevoelkerung. Und die Menschen vom Lande sollten nicht
so genau mitbekommen, dass es den Talbewohnern in Vielem
besser ging. Die Landbevoelkerung, egal welcher ethnischen oder
religioesen Herkunft, erwirtschaftete landwirtschaftliche Ertraege
und musste immer einen recht grossen Teil nach Kathmandu
abliefern. Bildung, medizinische Versorgung etc., wurden der
Landbevoekerung vorenthalten. In Kathmandu provitierte der
jeweilige Koenig, seine Familie und diejenigen, die mit Vorteilen
bedacht werden sollten. Praechtige Palastgebaeude und vielerlei
Bauten im viktorianischen Stil entstanden, Strassen und eine
staettische Infrastruktur entstanden, die laendlichen Regionen
wurden jedoch stets vernachlaessigt.

Letztendlich kann man sagen, die Landbevoelkerung wurde
seit jeher ausgebeutet, unterdrueckt und raeumlich vom
privilegierten Kathmandutal getrennt. Neid und eventuelle
Unruhen der Landbevoelkerung sollten somit vermieden und
vom Kathmandutal und den Koenigen fern gehalten werden.

Mit besten Wuenschen
Andreas

Geschrieben von Andreas Khanal am 15. März 2015 um 00:25 Uhr.

Antwort zu: Kastenwesen geschrieben von Bernd Schlueter am 14. März 2015 um 14:37 Uhr.


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