Re: Nochmal zu den Geschehnissen am Flughafen Kathmandu

> Ja, du weisst ja immer so gut Bescheid. Immer in alle Richtungen beschwichtigen, so sind alle zufrieden, die Aergerlichen, die Aufgeregten, die Kritischen und die, die am tourismus verdienen usw..
Fakt ist, dass viele Reisende nicht mal den Flughafen verlassen konnten, weil Ihnen gesagt wurde, "keiner weiss, wann es weiter geht". Ich verstehe sehr gut, dass Nepal Gaeste braucht, aber es gibt Punkte, wo ich sage, na dann ... bitte besucht andere Reiselaender, ihr habt Recht! Die nepalesische Regierung schert sich einen feuchten .... um gewisse Touristen.sehr viel Hilfe und Zuspruch und geschaeftliche Einigung erzielen chinesische Gaeste.Ich selbst wuerde mir und meinen nepalesischen Freunden und Geschaeftsleuten eine andere Situation wuenschen. lg dagmar
> Liebe Nepalfreunde,

> 4 Tage Flughafensperre in Kathmandu -
> fuer manche Reisende sehr aergerlich.

> Dass es an einem Flughafen zu so einem Zwischenfall,
> wie in der letzten Wochen in Kathmandu geschehen,
> kommen kann, dagegen ist niemand gefeit. So etwas
> kann unvermittelt passieren; besonders, wenn
> schwierige Wetterlagen bestehen. Erst einen Tag
> nach dem Vorfall in Kathmandu ist auch in New York
> La Guardia eine Maschine ueber die Landebahn hinaus
> geraten.

> Die Frage ist, welche Massnahmen werden ergriffen,
> um in so einem Fall die Situation in den Griff zu
> bekommen. Dass der Tribhuvan Airport fuer solche
> Faelle technisch und personell nicht so gut ausge-
> stattet ist, ist nachvollziehbar. Was aber ist
> wirklich nicht gut gelaufen, bei diesem Ereignis?
> Und was kann man als Reisender tun, wenn so etwas
> vorkommt?

> Nachdem die Turkish Airlines Maschine in den Rasen
> geschliddert war, stellte man sich die Bergung von
> Flughafenseite wohl zu einfach vor. Noch am Tag des
> Geschehens sollte der Flugbetrieb ab 17:00 Uhr wieder
> aufgenommen werden. Dies wurde oeffentlich bekanntgegeben,
> wohlwissend der Tatsache, dass das Bugfahrwerk weggeknickt
> war und der Flughafen keinerlei Ausruestung und keine
> Fachleute dafuer hat, die Maschine aus dem Landebahnbereich
> zu entfernen. Der Termin wurde auf Donnerstag, 10:00h ver-
> schoben und wieder und wieder und wieder verschoben. Fuer
> Aussenbetrachter mag das ja nicht so schlimm sein, jedoch die
> betroffenen Reisenden am Flughafen haben immer wieder aufs
> Neue voellig falsche und unrealistische Zeitangaben erhalten.
> Dies war fuer einige sehr zermuerbend und aergerlich. Als dann
> am Samstagabend die Fluege wieder aufgenommen wurden, gab
> es fuer viele Reisende erneut Endtaeuschungen. Durch den
> entstandenen Passagierstau waren viele umsonst zum Flughafen
> gefahren, da sie wegen der hohen Passagierzahl nicht mitge-
> nommen werden konnten. Andere wiederum warteten vergeblich
> auf einen Anruf ihrer Fluggesellschaft, um die Bestaetigung
> fuer ihren neuen Flugtermin zu bekommen. Manche reiten sich
> in Warteschlangen am CheckIn ein, um dann nach langem
> Anstehen zu erfahren, dass sie keinen Platz in der Maschine
> bekommen. Der Flughafen und die Airline-Mitarbeiter waren
> mit dieser Aussergewoehnlichen Situation einfach total ueber-
> lastet. Erst ab Donnerstag wird alles wieder ganz normal
> laufen.

> Die durch den Unfall entstandene starke Beeintraechtigung
> fuer viele Reisende (es wurden Zahlen von bis zu 50.000 be-
> troffenen Passagieren genannt/der Flughafen KTM nannte
> 24.000) hat sich am Ende auf gut 8 Tage ausgedehnt. Der
> finanzielle Schaden fuer Fluggesellschaften, den Flughafen,
> Hotels, Tourismus insgesamt ist ganz enorm.

> Dass, was hier kritisiert werden muss, ist die voellige
> Fehleinschaetzung durch 'Fachleute' und das der Flughafen
> fuer so einen Fall offenbar ueberhaupt nicht vorbereitet ist
> und wohl ueber keine entsprechenden Notfallplaene verfuegt.

> Nepals Politik hat sich nach wie vor mit sich selber
> beschaeftigt und ist der Situation ueberhaupt nicht gerecht
> geworden. Premierminister Sushil Koirala brauchte 3 1/2
> Tage, um sich erstmals zu dem Ereignis oeffentlich zu aeussern,
> andere Politiker sind ganz abgetaucht. Weder der Flughafen
> noch Nepals Politik waren dazu in der Lage sich angemessen
> zu verhalten und entsprechende Massnahmen einzuleiten.

> Da muss man sich fragen, was ist, wenn wirklich mal ein
> groesserer Unfall passiert? Nicht auszudenken!

> Erstaunlich war, dass der Flughafen ohne die Hilfe aus Indien
> und die gut ausgebildeten Ingenieure von Turkish Airlines das
> Problem nicht loesen konnte, die nepalischen 'Experten' jedoch
> an erster Stelle fuer den Erfolg genannt wurden.

> Nun haben sich vereinzelt Politiker gemeldet und gesagt, dieser
> Fall zeige, dass Nepal einen zweiten internationalen Flughafen
> braeuchte.

> Vielleicht koennte man sich fragen, wie der bezahlt werden soll
> und ob der dann genauso schlecht gemanaged werden soll, wie der
> bereits bestehende.

> Falls moeglich, waere natuerlich eine zweite Start- und Landebahn
> sinnvoll, natuerlich sollten technische und personelle Konse-
> quenzen gezogen werden, der Flughafen muesste insgesamt viel
> besser technisch ausgeruestet und hinsichtlich der Ablaeufe
> optimiert werden - aber gleich ein neuer Flughafen?

> Pokhara hat die hoechsten Jahresniederschlagswerte von ganz
> Nepal. Wer dort schon mal in der Monsunzeit war, kann sich
> vorstellen, was das heisst. In der Vergangenheit wurde von
> internationaler Seite Pokhara als Standort fuer einen inter-
> nationalen Flughafen jedoch abgelehnt. Auch gibt es viele
> Leute in Kathmandu, die dagegen mauern wuerden, da sie be-
> fuerchten, dass viele Touristen dann gar nicht erst nach
> Kathmandu kommen. Die vielfaeltigen Umweltbelastungen sind
> ja hinlaenglich bekannt.

> Grundsaetzlich ist es in der heutigen Zeit allerdings
> ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem, dass sich
> der Tribhuvan Aiport recht nah am dicht besiedelten
> Stadtgebiet befindet.

> Ganz sicher muss in mehr Sicherheit investiert werden.
> Der Flughafen braucht zumindest ein fuer Nebelwetterlagen
> geeignetes Leuchtfeuer. Ein Bodenradar hilft nur dem
> Tower, festzustellen, wo sich bei Nebel gerade am Rollfeld
> Flugzeuge und Fahrzeuge befinden - bei nur einer Start- und
> Landebahn ist das wahrscheinlich nicht so notwendig (eher
> bei zweien).

> Ein internationaler Flughafen mit derartigem Passagieraufkommen
> muss auf jeden Fall gewissen Sicherheitskriterien und Standards
> entsprechen, denen der Tribhuvan Airport wahrscheinlich nur un-
> zureichend entspricht. Es ist zu befuerchten, dass sich ohne
> internationalen Druck und ohne Druck der Fluggesellschaften
> nicht allzu viel veraendern wird.

> --

> Abschliessend: Was kann man Reisenden raten, wenn Sie in
> 'Warteposition geraten und Ungewissheit besteht, wann
> sie endlich fliegen koennen?

> Die Situation der letzten Tage hat verdeutlicht, dass
> eine derartige Ausnahmesituation (allgemein gesagt) das
> Personal stark ueberfordert. Normalerweise kommen die
> Reisenden, die bereits am laengsten warten, am ehesten
> dran. Befuerchten muss man, dass grosse Reiseveranstalter
> und einzelne Passagiere, die moeglicherweise Korruptions-
> anfaelligkeit einzelner Mitarbeiter ausnutzen, sich
> bevorzugt Plaetze ergattern oder gar 'erkaufen'.

> Reisende, die auf sich alleine gestellt sind, haben nur
> die Moeglichkeit am Flughafen selber oder notfalls per
> Telefon gegenueber ihrer Fluggesellschaft am Ball zu
> bleiben und ihren baldigen Abflug nachdruecklich einzufordern.
> Es muss darauf gedraengt werden (freundlich aber bestimmt -
> nicht jedoch in unangemessenem Ton!), dass nicht nur eine
> Zusage gegeben wird, sondern der erwuenschte Flug definitiv
> in die Buchung des Betroffenen eingetragen und bestaetigt
> wird. So etwas zu erreichen, ist fuer viele nicht einfach.
> Wer seinen Flug ueber Reisebuero gebucht hat, ist gut beraten,
> mit diesem in Kontakt zu treten, um von dieser Seite
> Unterstuetzung zu bekommen. Nicht jedes Reisebuero ist
> jedoch personell in der Lage, optimal zu helfen und manche
> sind auch nicht Willens dazu, da bei solchen Angelegenheiten
> viel Zeit draufgehen kann. Ein gutes Reisebuero engagiert sich
> jedoch.

> Wer ueber Buchungsmaschinen im Internet oder bei Fluggesell-
> schaften direkt gebucht hat, kann kaum Unterstuetzung erwarten.
> In manchen Einzelfaellen mag geholfen werden, haeufig jedoch
> gar nicht oder kaum. Die haben einfach nicht die Zeit dafuer
> oder nehmen sie sich nicht bzw. werden von ihren Chefs dazu
> angewiesen, sich da nicht reinzuhaengen (die Arbeitskraft
> kostet ja aus deren Sicht schliesslich Geld). Manche Anbieter
> haben auch recht teure Support-Telefonnummern, wo es nicht
> gerade billig ist, das Problem genau zu schildern, und auch
> da ist Hilfe eher ungewiss. Auch diese Ansprechpartner sind
> oft zu sehr unter Zeitdruck und koennen kaum helfen.

> Soviel erst einmal zu alledem. Ich hoffe, dass diejenigen
> die von dieser Situation betroffen waren, moeglichst gut
> durchgekommen sind.

> Zum Schluss: Es sollte nicht vergessen werden, dass
> diejenigen, die in so einer Situation gefordert sind
> zu helfen, mit allen Fehlern und Schwaechen alle auch
> nur Menschen sind. Grundsaetzlich moechten die meisten
> gerne helfen, koennen es aber nicht immer so wie
> gewuenscht oder erwartet. Ein wenig Nachsicht sollte
> da gewaehrt werden.

> Mit besten Wuenschen
> Andreas

> --------------
> www.yakyeti.de
> --------------


>

Geschrieben von dagmar am 10. März 2015 um 19:57 Uhr.

Antwort zu: Nochmal zu den Geschehnissen am Flughafen Kathmandu geschrieben von Andreas Khanal YY am 10. März 2015 um 14:15 Uhr.


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