Re: Sicherheitslage

Am 27 November 1985 wurden wir waehrend unserer Wanderung durch Helambu von zwei Sherpas, genauer gesagt, Tamangs, ueberfallen, ich schwer, meine Freundin leicht verletzt. meine Freundin, ausgebildete Chirurgin, verarztete mich, was mit Sicherheit mein Leben rettete. Wir sind uebrigens die ersten und einzigen Ueberlebenden eines solchen Ueberfalls. Damit nicht bekannt wurde, dass man in Nepal ueberfallen werden kann, wurden wir anschliessend ins Gefaengnis gesperrt. Erst, nachdem wir ueber ein nepalesisches Gericht unserem Botschafter, Dr. Eric Harder bzw. seinem Stellvertreter das Recht entzogen, unsere Interessen zu vertreten, kamen wir frei.
Ich sehe es als ausgesprochen positiv an, dass unsere diplomatischen Vertreter nicht mehr Ueberfaelle auf deutsche Touristen verschweigen, sondern vor Ueberfaellen warnen. Nur so kann man fuer Sicherheit fuer Touristen und ein sicheres Nepal sorgen.

Im Uebrigen ist es nicht wahr, wie damals der Botschafter behauptete, dass "noch nie in Nepal Touristen zu Schaden kamen". Ich habe mehrere Angehoerige deutscher Opfer besucht.

Im Uebrigen wurden unsere Angehoerigen wegen "Loesegeld" angegangen. Insbesondere die franzoesische Botschafterin und die Schweizer Konsulin in Nepal klaerten uns auf, wer hinter den Loesegeldforderungen steckte. Niemals waeren wir sonst auf die Idee gekommen, das wir unserem Botschafter unser Misstrauen aussprechen mussten.
Der nepalesische Rechtsanwalt, der sich unser angenommen hatte und uns 1994 in Deutschland besuchte, klaerte uns nochmals auf, was er in Erfahrung gebracht hatte.
Dr. Eric Harder erscheint heute nicht mehr in der Liste der Botschafter, auch nicht Dr. Gerlach, Botschafter in New Delhi, der mitsamt seiner Familie damals ermordet wurde.
Unangenehme Dinge wurden damals noch verschwiegen.
Dr. Gerlach wusste von unserem Fall, unsere Flucht nach New Delhi war damals in Erwaegung gezogen worden. Dank auslaendischer Hilfe, nicht zuletzt durch selbstlose Nepalis, fand sich dann eine sicherere Loesung.

Eine Seilschaft in der deutschen Regierung, die sich im Zusammenhang mit Loesegeldaffairen einen Namen gemacht hat, ist bis auf einen verantwortlichen Beamten nicht mehr im Dienst. dass endlich ehrlich ueber moegliche Gefahren berichtet wird, fuehre ich auf die Entlassungen im Maerz des vorigen Jahres zurueck.

Nochmals: die weit ueberwiegende Zahl von Mordopfern in Nepal waren alleinreisende Frauen. Diese koennen allesamt nicht mehr berichten, ich kann es hingegen, nachdem wir durch sehr glueckliche Umstaende ueberlebt haben.
Manche, die berufsmaessig vom Nepaltourismus leben, sehen das nicht gerne.

Geschrieben von Bernd Schlüter am 04. Juli 2012 um 00:24 Uhr.

Antwort zu: Re: Sicherheitslage geschrieben von Verena am 03. Juli 2012 um 19:52 Uhr.


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