Kurzbesuch des chinesischen Premierministers in Nepal


Liebe Nepalfreunde,

gestern hat ein Kurzbesuch des chinesischen
Premierministers Wen Jiabao in Kathmandu
stattgefunden. Manche von euch werden
das ein wenig mitverfolgt haben.

Gerne moechte ich die wichtigsten Punkte
erwaehnen, die besprochen und zu denen
offenbar Abkommen unterzeichnet wurden:

1. Nepal erhaelt fuer die naechsten 3 Jahre
von chinesischer Seite Kredite in Hoehe von
750 Millionen US$

2. Nepal erhaelt fuer dieses Jahr eine
Finanzspritze von 20 Millionen US$

3. Es wird Unterstuetzung zur Verbesserung
der Infrastruktur gegeben

4. Kulturelle Austauschprogramme wurden vereinbart

5. Transitpunkte werden aufgewertet

6. Es wird Hilfestellung fuer eine bessere Infrastruktur
der nepalischen Polizei gegeben

7. Es wird Unterstuetzung hinsichtlich Ruhestandsregelungen
maoistischer Kaempfer gegeben

8. Der Flughafen von Pokhara soll aufgewertet und
ausgebaut werden

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Persoenliche Anmerkung:

Ein Punkt, der offenbar ebenfalls Gepraechsthema war,
der jedoch in den nepalischen Medien kaum Erwaehnung
findet, ist die Situation der Tibeter.

Die Haltung des 'offiziellen Chinas' gegenueber
den Tibetern duerfte uns allen klar sein.

Zu beobachten ist, dass sich die Lage der Tibeter,
die in Nepal als Fluechtlinge leben oder sich dorthin
auf die Flucht begeben, in den letzen Jahren zunehmend
verschlechtert hat.

Zu befuerchten ist, dass die zunehmende Abhaengigkeit,
in die sich Nepal gegenueber China begibt, zu noch
staerkeren Repraessalien gegenueber tibetischen Fluecht-
lingen und Demonstranten, die sich fuer Ihre Lands-
leute in Tibet einsetzen, fuehrt.

Interessant waere, zu erfahren, was mit 'besserer Infra-
struktur' der nepalischen Polizei gemeint ist!

Ich weiss nicht, wie es anderen geht, aber ich fuer meinen
Teil kann mich ueber solche Meldungen nicht so richtig
freuen.

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Der nepalische Premierminister Baburam Bhattarai hat
im Zusammenhang mit dem Treffen hervorgehoben, dass
Nepal zunehmend als Bruecke, die China und Indien
miteinander verbindet, betrachtet werden sollte. Dabei
hat er die beiden grossen Nachbarn besonders in wirt-
schaftlicher Hinsicht im Auge und erhofft sich fuer
Nepal, von deren grossen Zuwachsraten profitieren
zu koennen.

Bleibt nur zu hoffen, dass es sich um eine stabile
Bruecke handelt, ueber die keine 'Panzer' rollen
und die nicht irgenwann zusammenbricht.

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Mit besten Wuenschen
Andreas



Geschrieben von Andreas Khanal am 15. Januar 2012 um 17:13 Uhr.


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